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LANDSCAPES

Es ist nicht der Gegenstand, der Bildausschnitt, das Motiv als solches, es ist die innewohnende Melodie, die zu mir spricht. Egal, ob es ein Farbreflex, eine Blüte, eine Betonwand oder eine belebte Straße ist, die Dinge sind miteinander verbunden und drängen mit ihrer subtilen Sprache nach Wahrnehmung. Sie suchen meine Aufmerksamkeit ohne Aufdringlichkeit. Ich muss mich nur darauf einlassen und zuhören, aufnehmen und empfangen, was unendlich verschwenderisch und unerschöpflich für jeden vorhanden ist.
Schöpferisch sein, erlaubt mir, mit den Dingen zu korrespondieren und mich mit der Welt zu verbinden.

- Wolfgang Schuler

Das künstlerische Schaffen Schulers ist geprägt von der intensiven Suche nach dem Wesen der Natur. Die Prinzipien der äußeren Wirklichkeit zu erkennen, das Erschaute in seiner Einzigartigkeit zu erfassen und festzuhalten, ist die Triebkraft seiner künstlerischen Auseinandersetzung. Dualitäten, die in der Natur ihren Ausdruck in scheinbar gegensätzlichen Erscheinungsformen in unerschöpflicher Vielfalt finden, gilt Schulers Interesse. In Formen, Farben, Strukturen finden Gegensätzlichkeiten ihren Ausdruck. So kontrastieren und steigern sich harte, geometrische zu weichen, runden Formen, warme Farben – Rot-Ocker –kontrastieren sich mit kalten -Blau-Grau-Tönen, Amorphes steht im Gegensatz zu klar Umgrenztem und vereint sich im Bild.

„Ein gutes Bild ergreift mich, trifft mein Innerstes und ich spüre und erfahre den Geist seines Schöpfers. Es spricht in einer mir vertrauten Sprache und lässt mich auch in jedem einzelnen Detail den Bezug zum Ganzen erfahren.“

Immer gibt die Anschauung des im Moment Sichtbaren den Impuls den
Pinsel zu führen und die Einzigartigkeit des Moments verdichtet festzuhalten. So findet man Schuler am Lanser Seerosenweiher, an den Gehwegen der Promenaden in den Städten, in den Tulfer Obstgärten oder den Gassen von Mühlau in der Nähe seines Innsbrucker Ateliers.
Die Arbeit am Bild beginnt jedoch nicht im Augenblick des Malens. Lange Zeit wird die Natur erforscht, werden Rhythmik und Formen mit dem Auge erfasst, Blickwinkel gesucht, die Neues, Überraschendes entdecken lassen.

Verborgener Hof – Öl auf Leinwand

Das Finden der „Bildidee“, das dem Werk Faszination und Einzigartigkeit verleiht, gehört zum Schaffensakt. Erst wenn Klarheit herrscht, was am Sichtbaren das Interesse des Betrachters fesselt, die Spannung der Formalismen bewirkt, erst dann greift Schuler zum Pinsel und setzt an. Durch die Analyse der Natur deckt er auf, das Erkennen der Gesetzmäßigkeiten führt in weiter und sein Wissen um die Mechanismen der menschlichen Wahrnehmung bewirken letztlich, dass beim Anblick des Kunstwerkes im Betrachter jene Erlebnisse und Emotionen wiedererstehen, die Schuler von seiner eigenen Erfahrungswelt im Schöpfungsprozess kennt. Blühende Bäume und Gärten zeigt Schuler in zahlreichen Variationen.

„Mich bewegen Frühlingsstimmungen mit allem, was blüht. Es ist nicht nur der emotionale Aspekt der blühenden, duftenden Bäume in ihrer symbolhaften Jungfräulichkeit, Frische und Reinheit, die den Neubeginn von Leben vermittelt, sondern auch der überquellende Rhythmus der zarten Blüten im Kontrast zu harten und festen Formen wie Stämmen, Schattengrenzen oder Bauwerken.“

Einen besonderen Schwerpunkt setzt Schuler zum Thema Wasser; das Spiel von Licht, Farbe, Reflexionen und Bewegung faszinieren ihn. Sanfte Wellen, die einerseits den Himmel und andererseits die Umgebung wieder spiegeln tragen in rhythmischen Intervallen scheinbar eine endlose Melodie über die Wasseroberfläche.
Ob es vielfältige Ansichten des Brenta-Kanales zwischen Padua und Venedig sind oder betagte Fabrikskanäle und Zuflüsse zu Sägewerken, das Sujet der bewegten, sich stets verändernden Wasseroberfläche bringt den Künstler zu immer neuen Interpretationen. So sind im Laufe der letzten Jahre unzählige Bilder zu diesem Thema entstanden.
Einen besonderen Platz nehmen seine Bilder mit Seerosen ein. Schulers Sehweise unterscheidet sich hier jedoch von jener Claude Monets, der dem Atmosphärischen und dem scheinbar zufälligen Ausschnitt den Vorzug gibt. Schuler komponiert seine Seelandschaften und führt den Betrachter zu bewusst gesetzten Höhepunkten. Besonders deutlich ist dies bei jenen Seerosenbildern zu erkennen, in denen der Künstler die monochrome Farbstimmung – ein intensives Blau im Schatten oder frisches Gelbgrün im Sonnenlicht – durch komplementär gesetzte Farbakzente zum Klingen bringt. So kann eine zarte, gelb-rosa Seerose im kühlen Blaugrün dem Bild einen poetischen Zauber verleihen und unser Auge wohlwollend
stimmen. Schulers Landschaftsbilder müssen nicht interpretiert werden und bedürfen auch keiner weiteren intellektuellen Erklärung um verstanden und erlebt zu werden. Sie sind einfach da und ergreifen uns – ähnlich auch Werken der Meister, die keinen konstruierten Zugang oder weiterer Erklärungen bedürfen.

- Wolfgang Schuler

wolfschuler
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